Pontes-Direktor Tom Wustenberghs
(Foto: UitvaartMedia)
Der im vergangenen Jahr in der belgischen Region Flandern angekündigte Versuch zur Resomation ist gestartet. Anfang dieses Monats fanden drei Resomationen im Krematorium Wilrijk (Antwerpen)
statt. Anwesend waren ein Gerichtsvollzieher sowie Forscher der Universitäten Leuven und Antwerpen, die das Abwasser (die Restflüssigkeit) untersuchen. „Mit diesen ersten Aquamationen, wie wir
diese neue Technik bezeichnen, schreiben wir Geschichte“, sagt Tom Wustenberghs, Geschäftsführer des Betreibers Pontes.
Ergebnisse im Mai 2026
„Die Universitäten werden ihre Ergebnisse voraussichtlich im Mai 2026 präsentieren. Die Auswirkungen werden detailliert dargestellt: von der medizinischen Sicherheit und den Umweltaspekten bis
hin zu den verbleibenden Substanzen und der verantwortungsvollen Entsorgung der Restflüssigkeit“, so Wustenberghs. Es ist jedoch möglich, dass im Rahmen des Pilotprojekts zu einem späteren
Zeitpunkt weitere Aquamationen durchgeführt werden.
Entwicklung eines ethischen Rahmens
Hilde Crevits, die flämische Innenministerin, wies bereits darauf hin, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse dieses Pilotprojekts wichtig sind, um zu entscheiden, ob die Möglichkeiten, sich von
einem geliebten Menschen zu verabschieden, zukünftig um die Aquamation erweitert werden können. Sie betonte außerdem, dass ein ethischer Rahmen entwickelt werden müsse, um sicherzustellen, dass
diese neue Bestattungsform mit Respekt vor dem Leichnam durchgeführt wird.
Studie zur öffentlichen Zustimmung
Parallel zum Projekt untersucht die Universität Antwerpen die Zustimmung der belgischen Bevölkerung zu neuen Bestattungsmethoden. Die Ergebnisse dieser Studie werden Mitte März erwartet.
Bei der Resomation wird ein Körper – im Pilotprojekt werden der Wissenschaft gespendete Körper verwendet – in einem verschlossenen Zylinder mit heißem Wasser und Kaliumhydroxid zersetzt. Unter
hohem Druck und einer Temperatur von 150 bis 160 Grad Celsius zersetzt sich der Körper auf natürliche Weise. Nach vier Stunden bleibt eine poröse Knochenstruktur zurück, die – wie bei der
Feuerbestattung – zu Asche vermahlen wird.
In den Niederlanden soll die Resomation in das Gesetz zur Modernisierung des Bestattungs- und Einäscherungsgesetzes aufgenommen werden.
Bericht mit freundlicher Genehmigung
des Fachmagazins UITVAART
