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Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel

© Museum für Sepulkralkultur

Dieses Museum ist einzigartig in Deutschland.
1992 eröffnet, zeigt eine Dauerausstellung Zeugnisse der Bestattung, Friedhofs- und Trauerkultur im deutschsprachigen Raum vom Mittelalter bis heute.

Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.
Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25-27
34117 Kassel
Deutschland

Tel: + 49 (0)561-918 93-0
Fax: + 49 (0)561-918 93-10

www.sepulkralmuseum.de
www.friedhof-und-denkmal.de
E-Mail: info@sepulkralmuseum.de

Die Museumsleitung möchte den Umgang mit den letzten Dingen veranschaulichen und das gesellschaftlich oft verdrängte Erlebnis des Todes wieder bewusst machen.


Aktuelle Ausstellung

Zernetzung
Marco Di Carlo

 

Laufzeit:
12. Juni – 06. September 2020


Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag von 10 – 17 Uhr

Mittwoch von 10 – 20 Uhr

An gesetzlichen Feiertagen hat das Museum regulär geöffnet.
 

In allem ist unsere Welt vernetzt. Wir leben auf einem Planeten und erleben, wie fruchtbar und zugleich in seinen Folgen unberechenbar weltweiter Austausch ist. Flora und Fauna, Wasser, Luft, Meere, Klima und natürlich Menschen und ihre Waren zirkulieren; und dies – wie schon seit Jahrhunderten – auch von Krankheitserregern begleitet. Strukturen aller Art formieren und vernetzen sich und stehen in permanenter Verbindung. Parallel dazu laufen stets Prozesse der Zersetzung ab, denn Leben ist Wandel und ein ständiges Nebeneinander von Anfang und Ende.
 
Der Bildhauer Marco Di Carlo (geb. 1980) wird im Rahmen der Abschlussausstellung seines Georg-Meistermann-Stipendiums das Museum für Sepulkralkultur mit Strukturen aus Kabeln und Objekten durchziehen. Er bindet organisches Material aus Fundstücken ein und gestaltet seine Installationen als symbolisches Miteinander von sich durchdringender Natur, Technik und Kultur. Holz, Knochen oder Felle erlangen in phantastischer Weise durch ihre Integration in ein Gewebe aus Kabeln und elektronischen Bauteilen Momente ihrer Lebendigkeit zurück. Di Carlos Arbeiten spielen mit der Ambivalenz unserer Existenz. Tod und Leben erfassen wir als unterschiedliche Zustände, doch aus einer evolutionären Perspektive machen diese beiden uns so vertrauten Kategorien kaum mehr Sinn, denn das sogenannte Leben besteht zugleich aus unzähligen Prozessen der Vernetzung und Zersetzung von Molekülen.

 

Der Mensch ist Teil davon und tut es diesen Vorgängen gleich. Er nutzt dafür seine Fähigkeiten als Homo Faber, als ein schaffendes und darin erfindendes Lebewesen, doch der Hochmut des technisch Schöpfenden führt ihn immer wieder an die Grenzen des Möglichen. In der Erkenntnis menschlicher Begrenztheit gegenüber Natur und Kosmos findet sich die Chance der Demut gegenüber unserer Existenz, die nur in einem ganzheitlichen Verständnis der Welt getragen sein kann. Und so vernetzen und zersetzen auch wir uns, in der Hoffnung auf geistige, ästhetische oder technische Entwicklungen. Diese führen uns hoffentlich nicht nur an den Rand von Erschöpfung, sondern lassen uns in der Akzeptanz unserer Endlichkeit auch das Leben in seinem Wesen verstehen und feiern. Wir sind endlich, weil wir leben, und wir erschaffen, weil das Bewusstsein über unsere Endlichkeit uns dazu befähigt.


Für weitere Informationen, auch zu den Besuchsregeln während COVID-19, besuchen Sie unsere Webseite www.sepulkralmuseum.de.

In everything our world is networked. We live on a planet and experience how fruitful and at the same time unpredictable global exchange is. Flora and fauna, water, air, oceans, climate and of course people and their goods circulate; and this – as it has been the case for centuries – is also accompanied by pathogens. Structures of all kinds form and network and are in permanent contact. Parallel to this, processes of decomposition are constantly taking place, for life is change and a constant coexistence of beginning and end.
The sculptor Marco Di Carlo (born 1980) pervades the Museum for Sepulchral Culture with structures made of cables and objects as part of the final exhibition of his Georg Meistermann Fellowship. He incorporates organic material from found objects into his work and arranges his installations as a symbolic coexistence of interpenetrating nature, technology and culture. Wood, bones or furs regain moments of their vitality in a fantastic way through their integration into a fabric of cables and electronic components.


Di Carlo's works play with the ambivalence of our existence. We perceive death and life as different states, but from an evolutionary perspective these two categories so familiar to us make little sense, because so-called life consists simultaneously of countless processes of networking and decomposition of molecules. Human beings are part of this and do the same with these processes. The human being uses his abilities as a homo faber, as a creating and therein inventing living being, but the arrogance of the technically creating leads him again and again to the limits of the possible.


In the realization of human limitations towards nature and the cosmos there is the chance of humility towards our existence, which can only be borne in a holistic understanding of the world. And so we too network and disintegrate in the hope of mental, aesthetic or technical developments. These hopefully do not only lead us to the edge of exhaustion, but in the acceptance of our finiteness let us also understand and celebrate life in its essence. We are finite because we live, and we create because the awareness of our finiteness enables us to do so.
For more information, including the rules of visit during COVID-19, visit our website www.sepulkralmuseum.de.

 

Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.
Zentralinstitut für Sepulkralkultur
Museum für Sepulkralkultur

Weinbergstraße 25–27
D-34117 Kassel | Germany


Tel. +49 (0)561 918 93-0


info@sepulkralmuseum.de