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Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel

© Museum für Sepulkralkultur

Dieses Museum ist einzigartig in Deutschland.
1992 eröffnet, zeigt eine Dauerausstellung Zeugnisse der Bestattung, Friedhofs- und Trauerkultur im deutschsprachigen Raum vom Mittelalter bis heute.

Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.
Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25-27
34117 Kassel
Deutschland

Tel: + 49 (0)561-918 93-0
Fax: + 49 (0)561-918 93-10

www.sepulkralmuseum.de
www.friedhof-und-denkmal.de
E-Mail: info@sepulkralmuseum.de

Die Museumsleitung möchte den Umgang mit den letzten Dingen veranschaulichen und das gesellschaftlich oft verdrängte Erlebnis des Todes wieder bewusst machen.



Aktuelle Veranstaltungen (Informationen mit freundlicher Genehmigung des Museums für Sepulkralkultur)

 

Tutenfru: ÜBER ABERGLAUBE UND TOD


Die Eröffnung fand statt am Freitag, 26. Oktober 2018.

 

Obwohl viele „abergläubische“ Ansichten in Vergessenheit geraten sind, wird man im Bereich der Sepulkralkultur noch immer mit Verhaltensweisen und Vorstellungen konfrontiert, die weder mit christlich-religiösen Auffassungen noch mit rationalen oder wissenschaftlichen Erkenntnissen in Einklang zu bringen sind. Trotz größter Anstrengungen von Kirche, Wissenschaft und Medizin sind viele der als „abergläubisch“ diskreditierten Vorstellungen bis heute lebendig – was sich nicht nur in der makabren Unterhaltungsliteratur und im Unterhaltungsfilm zeigt, sondern auch im alltäglichen Verhalten widerspiegelt.


In der Ausstellung sollen die Besucher*innen mit Hilfe der Thematisierung skurriler Ansichten und bizarrer Verhaltensweisen dazu bewegt werden, ihre eigene Haltung nicht nur im Hinblick auf Tod, Sterben und Bestattung zu reflektieren, denn Aberglaube zeigt sich eben auch in ritualisierten Handlungen in Alltagssituationen, deren Bewältigung für die Beteiligten von besonderer Bedeutung ist. Die psychologischen, physiologischen, kulturellen und sozialen Phänomene, die Ursprung der volksgläubigen Auffassungen waren, dürfen in diesem Zusammenhang deshalb nicht unerwähnt bleiben.


„Tutenfru, Tutenfru!“. Diese Warnung vor der bald kommenden Totenfrau glaubte man in früheren Zeiten im Ruflaut der (Ringel-) Taube zu hören. Sobald er erklang, sorgte er für große Furcht. Nicht anders war es beim (Wald-) Kauz. Dessen Ruf „Kuwitt, Kuwitt!“ wurde als „Komm mit!“ übersetzt, und wer ihn rufen hörte, war dem Tode geweiht. So stand der Kauz seit dem Mittelalter in dem Ruf, ein Totenvogel zu sein. Dies sind nur zwei Beispiele, von ihnen gibt es unzählige mehr.


Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Exponate aus der Sammlung des Museums für Sepulkralkultur, aber auch aus anderen Museen und Archiven, die im Hinblick auf ihre übernatürlich magischen Bedeutungen und „Wirksamkeiten“ eindrucksvoll inszeniert werden. Die Verwendung als Heil- und Schutzzauber oder in einer Umkehrung gar als Schadenszauber stellt dabei einen zentralen Aspekt dar. Alte und neue Medien, Animationen und interaktiven Zugangsmöglichkeiten veranschaulichen die „abergläubischen“ Handlungen.

 Unter den Ausstellungsobjekten befinden sich Tarotkarten, deren dreizehnte Trumpfkarte den Tod als ein böses Omen zeigt, außerdem Nähnadeln, Hufnägel sowie 8- und 9-lochige Hufeisen gegen Unheil und Tod. Highlights der Ausstellung bilden unter anderem ein römischer Schmuckanhänger (1. Jh. v. Chr.), der gegen den bösen Blick zum Einsatz kam, des Weiteren eine „Stolperfliese“ gegen finstere Mächte (16./17. Jh.) sowie verschiedene Bauopfer, z.B. eine mumifizierte Katze (17. Jh.), die der Besänftigung von Hausgeistern galten. Auch eine Freikugel (19. Jh.) ist zu sehen, von der es heißt, dass sie ihr Ziel immer trifft, weil sie vom Teufel geweiht wurde. 
Auch werden Menschen aus der Gegenwart zu Wort kommen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Sterben und Tod zu tun sind. In filmischen Porträts geben sie Einblicke in ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Aberglauben.
 Zudem informiert eine Weltkarte des Aberglaubens über noch heute existierende übernatürliche und magische Anschauungen sowie daran geknüpfte Handlungsmuster in verschiedenen Ländern und Kulturen.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, die wir Ihnen Ende November vorstellen möchten:

Handwörterbuch des aufgeklärten Aberglaubens


 

Das sinnlich gestaltete Buch soll weniger als Ausstellungsbegleiter dienen, sondern vielmehr über den Museumsraum hinaus die Besucher*innen in ihrem Alltag begleiten können. Lexikalisch von A bis Z strukturiert, werden darin Begriffe der Sepulkralkultur im Kontext des Aberglaubens erläutert, um eine inhaltliche Aufklärung zu ermöglichen und ein Nachdenken über eigenes abergläubisches Verhalten zu provozieren.


Ausstellung und Buch werden gestaltet von Krastev+Krastev, Design Bureau aus Kassel mit Schwerpunkt im Kulturbereich.


Die Ausstellung begleitet ein umfangreiches Programm.



Jeden Mittwoch, 18.00 Uhr findet eine öffentliche Führung durch die Ausstellung statt.


Freitag, 23.11.2018, 24:00 Uhr (Vorsicht Vollmond!)

Einlass: 23.30 Uhr


Samstag, 19.01.2019, 0:00 Uhr (Vorsicht, bald ist Vollmond!)

Einlass: 23.30 Uhr


Samstag, 16.02.2019, 0:00 Uhr (Vorsicht, bald ist Vollmond!)

Einlass: 23.30 Uhr
Mitternachtsführung mit Gerold Eppler


Die Mitternachtsführung durch die Ausstellung "Tutenfru - Über Aberglaube und Tod" wendet sich ausschließlich an Todesmutige. Sie beginnt pünktlich zur Geisterstunde um 0:00 Uhr - vorzugsweise bei Vollmond.

Entsprechend der besonderen Uhrzeit gestalten sich auch die inhaltlichen Schwerpunkte: Erläuterungen zur magischen Wirkung der Ausstellungsstücke lassen viele alltägliche Gegenstände plötzlich in einem anderen Licht erscheinen. Teilnahme auf eigene Gefahr. Das Mitführen von Skapulieren, Talismanen und Amuletten mit apotropäischer Wirkung wird ausnahmsweise gestattet.
 Eintritt: 12 Euro / 9 Euro


Freitag, 30.11.2018 | 19.30 Uhr


SPÄTLESE
 Mundart Kabarettist Karl Garff liest oder erzählt seine Satiren aus nordhessischem und weltweitem Alltagsleben.

Mit ihm lassen sich die kuriosen, seltsamen und abergläubischen Seiten des Alltäglichen entdecken und auch der unvermeidliche Knochenmann wird kurz mal anklopfen. Zwischendurch gibt Garff seine Seniorenraps samt missbrauchtem Cello zum Besten.


Vorverkauf: 17,- Euro / 12,- Euro ermäßigt / Abendkasse: 20,- Euro / 15,- Euro

Freitag, 08.02.2019, 20 Uhr
Von Schutzzauber, Leichwachs und Aufhockern – die schwarze Witwe bittet zum Geleit!Mystischer Rundgang durch das Museum für Sepulkralkultur mit der schwarzen Witwe, alias Dr. Anja Kretschmer
Einlass: 19:30 | 12  Euro / 9 Euro



Fortbildungen


13.11.2018 & 05.02.2019, 16:30-18:30 Uhr


Lehrerfortbildung mit Kuratoren Ulrike Neurath und Gerold Eppler
Zu allen Veranstaltungen (Ausnahme: öffentliche Führungen) wird Ihre Anmeldung erbeten.

Laufzeit der Ausstellung

27. Oktober 2018 bis 17. März 2019


 

Öffnungszeiten

Di, Do bis So 10.00 – 17.00 Uhr, Mi 10.00 – 20.00 Uh
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Adresse

Museum für Sepulkralkultur


Weinbergstraße 25-27

34117 Kassel


Tel. 0561 91893 0

info@sepulkralmuseum.de

www.sepulkralmuseum.de