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Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel

© Museum für Sepulkralkultur

Dieses Museum ist einzigartig in Deutschland.
1992 eröffnet, zeigt eine Dauerausstellung Zeugnisse der Bestattung, Friedhofs- und Trauerkultur im deutschsprachigen Raum vom Mittelalter bis heute. Die Museumsleitung möchte den Umgang mit den letzten Dingen veranschaulichen und das gesellschaftlich oft verdrängte Erlebnis des Todes wieder bewusst machen.

Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.
Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25-27
34117 Kassel
Deutschland

Tel: + 49 (0)561-918 93-0
Fax: + 49 (0)561-918 93-10

www.sepulkralmuseum.de
www.friedhof-und-denkmal.de
E-Mail: info@sepulkralmuseum.de


Aktuelle Veranstaltungen (Informationen mit freundlicher Genehmigung des Museums für Sepulkralkultur)

 

Verlängerung bis 30. September 2018:

 


Targets trifft!

Ein Videoraum von Herlinde Koelbl im Museum für Sepulkralkultur. Neben fotografischen Arbeiten von Dieter Huber und Jens Umbach wird in der Ausstellung ZIRKELSCH(L)USS im Kasseler Museum für Sepulkralkultur die Video-Installation „Targets“ der renommierten Fotografin Herlinde Koelbl präsentiert.

 

 

Bereits vor dem Betreten des abgedunkelten Raums sind Schüsse zu hören, so dass sich das Eintreten behutsam vollzieht. Ein erster Blick um die Ecke offenbart einen rechteckigen Raum, vor dessen Wänden große Leinwände aufgehängt sind. Sie sind nicht parallel angebracht, sondern mit einer leichten Schräge zu den Wänden, um den Eintretenden die gewohnte Sicherheit, die ein korrekt rechtwinkliger Raum vermittelt, zu nehmen. Auf vier Projektionen mit fünf Tonebenen sind Schießübungen aller Art zu sehen, die Soldaten von Armeen aus insgesamt 30 Ländern vollführen. Herlinde Koelbl hat alle Orte alleine aufgesucht, um zu filmen und zu fotografieren: vom Cyberwar in den USA bis zu fingierten Schießübungen in Mali, die aufgrund latenten Munitionsmangels mit den Lauten „Babababa...“ ausgeführt werden. Alles scheint Spiel, doch besonders die Soldaten in Mali erinnern an eigenes, kindliches Schießen auf vorgestellte Feinde.

 

 

Wir sind nicht die stillen Betrachter der Geschehnisse, sondern die Bilder fangen uns ein. Sie treffen uns, wie die Kugeln die sogenannte Glabella, die Stelle zwischen den Augenbrauen der Pappkameraden. Trotz des Bewusstseins, dass alles Übung ist, wirken die Bilder bewegend und teils verstörend. Wir sehen den Berufsalltag der Menschen, die ihr Leben in den Dienst einer Nation gestellt haben.  Sie lernen nicht das Schießen. Sie lernen das Treffen, den tödlichen Schuss. Wie sehr uns das selbst betrifft, wird in Herlinde Koelbs beeindruckender Video-Installation „Targets“ deutlich. Wir leben stets im Spannungsfeld von Freiheit und Sicherheit, und keine Bürgerin, kein Bürger kann sich von der Verantwortung, die in der Unterhaltung und Ausbildung einer Armee liegt, gänzlich lossagen.

 

Die Ausstellung ist bis 30. September 2018 verlängert!

 

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Begleitveranstaltung zur Ausstellung                                                    

Afghanische Musik und Poesie
Dr. Salamat Schiftah, Gesang und Rubab, Chromonika und weitere Instrumente
Shekab Wadwa, Tabla-Spieler
Ursel Schlicht, Piano und Querflöte

 

Begrüßung: Direktor Dr. Dirk Pörschmann
Grußwort: Carsten Höhre, Integrationsbeauftragter der Stadt Kassel

 

Der Musiker und Poet Dr. Salamat Schiftah aus Afghanistan steht im Mittelpunkt dieses Konzertes. In Kabul geboren und seit einigen Jahrzehnten in Deutschland singt Salamat Schiftah afghanische Lieder, eigens vertonte Gedichte und humorvolle Kompositionen, die er auf der traditionellen Zupflaute Rubab in Begleitung des Tabla-Spielers Shekab Wadwa und der Pianistin Ursel Schlicht erklingen lässt. Dr. Schiftah
hat für diesen Auftritt ein spezielles Programm zusammengestellt, dass er als Gratwanderung zwischen Leiden und Lust bezeichnet. Seine Lieder basieren auf eigenen Gedichten aus seinem neu erschienenen Buch "Gedichte - sinnvoll und rar, Blick aus München und Mazar“.

 

Seit Jahrzehnten widmet er sich intensiv der Vermittlung der Kulturen und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Es ist sein Interesse, den Menschen hier die Kultur seiner Heimat Afghanistan näher zu bringen und für Toleranz zwischen den Religionen zu werben.

 

Mehrmals hat er an Projekten der Pianistin Ursel Schlicht teilgenommen; erstmals bei ex tempore im documenta-Sommer 2002 und 2007, zuletzt in der Reihe Weltmusik in der Kreuzkirche 2014. Im Rahmen der Ausstellung ZIRKELSCH(L)USS verspricht dieses Konzert ein besonderes Erlebnis zu werden.

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Kassel, dem Zukunftsbüro der Stadt Kassel
und Ursel Schlichts SonicExchange.

 

 

Eintritt: 14,- Euro | 9,- Euro ermäßigt