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Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel

© Museum für Sepulkralkultur

Dieses Museum ist einzigartig in Deutschland.
1992 eröffnet, zeigt eine Dauerausstellung Zeugnisse der Bestattung, Friedhofs- und Trauerkultur im deutschsprachigen Raum vom Mittelalter bis heute.

Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V.
Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25-27
34117 Kassel
Deutschland

Tel: + 49 (0)561-918 93-0
Fax: + 49 (0)561-918 93-10

www.sepulkralmuseum.de
www.friedhof-und-denkmal.de
E-Mail: info@sepulkralmuseum.de

Die Museumsleitung möchte den Umgang mit den letzten Dingen veranschaulichen und das gesellschaftlich oft verdrängte Erlebnis des Todes wieder bewusst machen.



Aktuelle Veranstaltungen (Informationen mit freundlicher Genehmigung des Museums für Sepulkralkultur)

 

Stephan Balkenhol „deadline“

6. April - 14. Juli 2019                                               
Kurator: Direktor Dr. Dirk Pörschmann  

Stephan Balkenhol (geb. 1957 in Fritzlar, lebt und arbeitet in Kassel, Meisenthal/Lothringen, Karlsruhe und Berlin) ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Bildhauer. Er studierte von 1976 bis 1982 unter anderem bei Ulrich Rückriem an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und ist seit 1992 selbst Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Seine Arbeiten sind weltweit in zahlreichen Museen, Ausstellungen, Galerien und Sammlungen vertreten.

 

deadline ist Stephan Balkenhols erste thematische Ausstellung, die frühere und neue Arbeiten zum Tod zeigt. Er hat in seinem künstlerischen Schaffen bereits viele Skulpturen, Reliefs und Druckgraphiken geschaffen, in denen er sich in symbolhafter Weise mit der Endlichkeit auseinandersetzt. Im Motiv des Knochenmanns oder in Serien von Schädelreliefs offenbart sich sein persönliches Interesse am auf ewig letzten Rätsel des Menschseins, und wie in all seinen Arbeiten wird auch hier seine einzigartige Behandlung von Holz deutlich.

 

Im Arbeitsprozess nimmt Balkenhol Material weg, um dem Werk etwas hinzuzufügen. Er ist Urheber und Bildermacher. Das Holz verliert an Volumen und gewinnt an Gestalt. Inhalte liegen in der Betrachtung offen da und entziehen sich zugleich in die Schichten, die nicht weggeschnitten wurden.


Mit den in der Ausstellung versammelten Arbeiten, die von nationalen und internationalen Leihgebern zur Verfügung gestellt werden, bedient sich Stephan Balkenhol der seit Jahrhunderten tradierten Bildformeln der abendländischen Sepulkralkultur – im christlichen Verständnis ein Memento mori, das auf die Vergänglichkeit des irdischen Lebens verweist –, entzieht seinen Figuren jedoch jegliches Pathos. Er verweigert sich expressiver Gestik und Mimik. Der Ausdruck seiner Figuren ist emotionslos, und sie schauen gelassen in ein Nirgendwo. Sie sind präsent, wirken verletzlich und gleichzeitig distanziert und abwesend. Diese Ambivalenz zeigt sich auch, wenn ein Mann mit schwarzer Hose und weißem Hemd in der ausgestreckten Hand einen Totenschädel hält. Die Assoziationen weisen in Richtung Hamlet, doch in der Abstraktion des Menschenbilds spiegelt sich zugleich jede Betrachterin und jeder Betrachter wider.

 

Diese thematisch einzigartige Ausstellung Balkenhols wird im Museum für Sepulkralkultur auf dem Kasseler Weinberg präsentiert, das seit 1992 dem Themenspektrum Sterben, Tod, Bestatten, Trauer und Gedenken gewidmet ist. Die offene und lichtdurchflutete Architektur schafft für die meist farbig gefassten Skulpturen nicht nur besondere Raumsituationen, sie erfahren über die thematische Ausrichtung des Museums auch eine besondere Konzentration.

Es ist die erste thematische Museumsausstellung in seiner Wahlheimat Kassel, die an einem ihm vertrauten Ort auf dem Kasseler Weinberg stattfinden wird: Im gegenüber gelegenen Friedrichsgymnasium ging Balkenhol in den 1970er-Jahren zur Schule.

 

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Es ist zum Preis von 25,- Euro im Museum erhältlich, im Buchhandel kostet er 29,80 Euro. Bestellungen richten Sie bitte an info@sepulkralmuseum.de oder besuchen Sie unseren Publikationsshop unter https://sepulkralmuseum.de/115/Kataloge.html sowie die exklusiv für das Museum für Sepulkralkultur vom Künstler geschaffene Edition „Totentanz“ (Holzschnitt 2019), die zum Preis von 890,- Euro plus ggf. Versandkosten zum Verkauf angeboten wird.

 

Die Ausstellung wird unterstützt durch
Arbeitskreis selbstständiger Kultur-Insitute e.V. – AsKI Bonn
SV Sparkassen Versicherung.

Begleitprogramm

Jeden Mittwoch, 18.00 Uhr findet eine öffentliche Führung statt.

16. Mai 2019 | 13. Juni 2019 jeweils um 18.00 Uhr
Indoor/Outdoor: After-Work-Spaziergang. Spaziergang von den Skulpturen Stephan Balkenhols im Museum für Sepulkralkultur zu seinem Mann im Turm im Freigeschoss des Glockenturms von St. Elisabeth und weiteren figürlichen Kunstwerken in der Kasseler Innenstadt. Die Führung beginnt im Museum für Sepulkralkultur und endet auf dem Friedrichsplatz.
Gerold Eppler, stellvertretender Direktor und Museumspädagoge |Treffpunkt: Museum für Sepulkralkultur
Ca.. 2 Stunden, Kosten: Eintritt 10,- Euro/8,- Euro ermäßigt (max. 25 P.)

 

Samstag, 27. April 2019 | 11.00 Uhr
Samstag, 15. Juni 2019 | 15.00 Uhr
Kuratorenführung mit Direktor Dr. Dirk Pörschmann

STEPHAN BALKENHOL. deadline
Eintritt + 3,- €  p.P. (max. 25 P.)

Dienstag, 14. Mai 2019, 16-18 Uhr
Fortbildungsveranstaltung für Lehrer*innen aller Schularten
Leitung: Gerold Eppler, stellvertretender Direktor und Museumspädagoge
Kosten: 5,- Euro

Sonntag, 19. Mai 2019 | 10.00–17.00 Uhr
Internationaler Museumstag
Eintritt frei!

Freitag, 7. Juni 2019 2019, 20.00 Uhr auf der Terrasse
KONZERT mit Akustik Trio BLAUREGEN
Akustik-Trio „Blauregen“ spielt Eigenkompositionen auf Gitarre, Bass, Cajon,
Mandoline, Querflöte, Bodhrán und Glockenspiel und singen dreistimmig
Eintritt: 6,- / 4,- Euro
Einlass 19.00 Uhr zur Besichtigung der Ausstellung STEPHAN BALKENHOL. deadline

Pfingstsonntag, 9. Juni 2019 (18.00 Uhr
Gottesdienst in der Elisabethkirche Kassel

Pastoralreferent Stefan Ahr verbindet in seinem Impuls im Rahmen des Pfingstgottesdienstes den Titel
der Ausstellung deadline mit dem biblischen Pfingstereignis und dem „Mann im Turm“.
Seit 2012 steht der „Mann im Turm“ von Stephan Balkenhol im Turm der Kasseler Elisabethkirche.

Samstag, 22. Juni 2019 | 11.00–14.00 Uhr
Ikarus und das bodenlose Blau

Die uralte Geschichte der griechischen Mythologie von Ikarus, der durch seinen Übermut zu Tode stürzt, bildet den Rahmen unseres Kreativprogrammes. Wir wollen eintauchen in den ungeahnten Höhenflug und Sturz von Ikarus und unsere eigene Geschichte zu Ikarus gestalten.
Kreativprogramm für Kinder und Jugendliche von 8 bis 14 Jahren
Leitung: Kasseler Kinder- und Jugendkunstschule Christine Dahlmeier
Gerold Eppler, stellvertretender Direktor und Museumspädagoge Museum für Sepulkralkultur
Kostenbeitrag: 5,- Euro | (max. 15 P.) Anmeldung ist erforderlich.

Anmeldung über die Website www.sepulkralmuseum.de  oder telefonisch unter 0561 91893 0

 

Öffnungszeiten

Di, Do bis So 10.00 – 17.00 Uhr, Mi 10.00 – 20.00 Uh
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Adresse

Museum für Sepulkralkultur


Weinbergstraße 25-27

34117 Kassel


Tel. 0561 91893 0

info@sepulkralmuseum.de

www.sepulkralmuseum.de

Das Museum wird gefördert von
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Die Stadt Kassel
Evangelische Kirche in Deutschland
Deutsche Bischofskonferenz
Stadt Berlin



Für die Ausstellung im April 2019 hat Stephan Balkenhol exklusiv für unser Museum einen TOTENTANZ geschaffen. Die Auflage beträgt 50. Dieser Holzschnitt entstand im Dezember 2018 und im Januar 2019 wurde er an der Akademie Karlsruhe mit weißer Farbe auf schwarzem Papier gedruckt.

Die Edition „Totentanz“ kündigt zugleich die kommende Ausstellung an, die wir gemeinsam mit dem renommierten Bildhauer vorbereiten und am 5. April 2019 in unserem Museum eröffnen. Die Edition dient zur Unterstützung der Finanzierung der Ausstellung und des begleitenden Kataloges.

STEPHAN BALKENHOL
Totentanz

2018, Holzschnitt, 50 x 70 cm
Auflage: 50 Exemplare, signiert und nummeriert

Seit dem 15. Jahrhundert spiegelt sich in der ästhetischen Auseinandersetzung mit dem Motiv des Totentanzes die Erkenntnis wider, dass alle Menschen – gleich welchen Alters, sozialen Standes oder Berufs – zu jeder Zeit vom Tod ins Jenseits abberufen werden können. Der moralische Aspekt stand im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit hierbei im Vordergrund. Man sollte vorbereitet, also ohne Sünde sein. Stephan Balkenhol lässt eine Frau in den Armen eines mit schwarzem Anzug bekleideten Knochenmannes dynamisch tanzen.

Fast möchte man meinen, die beiden sind im Tanz lebendig verbunden, gilt dieser doch seit jeher als Ausdruck der Lebensfreude. Wer führt, wer folgt? Wer glaubt zu führen und folgt doch nur? Wer folgt, ohne zu merken, dass er führt?

Erwerben Sie exklusiv ein Exemplar. Der Preis der Graphik „Totentanz“ beläuft sich auf EUR 890,- plus ggf. Versandkosten. Für den verbindlichen Kauf via E-Mail oder Telefon wenden Sie sich bitte an: Kerstin Hering: hering@sepulkralmuseum.de oder ++49 561 91893 13.

Stephan Balkenhol beim Signieren am 25.2.2019, Abbildung des Holzschnittes "Totentanz"